15.02.13 19:06

Nachweis für Bewirtungsaufwendungen

Ab 150 Euro Bewirtung ist eine "richtige" Rechnung notwendig

Das wirkliche Leben bringt es mit sich, dass ein Unternehmer oft unterwegs ist und als Ort für die Besprechungen mit den Geschäftspartnern bietet sich ein Restaurant an. Weil der Erfolg auch nicht von Kleinigkeiten abhängig sein soll, wird bei Bedarf auch für den angemessenen und angenehmen Rahmen gesorgt. Das ist auch der Grund, weshalb nicht selten die Gaststättenrechnungen den Betrag von 150,00 EUR übersteigen.  

 

Bei der Steuerveranlagung können 70% der Bewirtungsaufwendungen als Betriebsausgabe abgezogen werden, wenn die folgenden schriftlichen Angaben vorgelegt werden können: Ort, Tag, die Namen der Teilnehmer und den Anlass der Bewirtung. Hat die Bewirtung in einer Gaststätte stattgefunden, wie das im Normalfall üblich ist, so genügen zwar die Angaben zum Anlass der Bewirtung und zu den Teilnehmern, aber nach den Buchstaben des Gesetzes ist den Unterlagen auch die Rechnung der Gaststätte über die Bewirtung beizufügen. Zur Erfüllung dieser Forderung wird üblicherweise von der Restauration ein Maschinenbeleg abgefordert. Die notwendigen Bestandteile einer Rechnung kann man in einem anderen Gesetz, nämlich dem Umsatzsteuergesetz, nachlesen. Bei Rechnungsbeträgen über 150,00 EUR müssen der Name und die Anschrift des Leistungsempfängers, also des einladenden Gastes, angegeben sein.  

 

Mit den Gastwirten wird jeder Unternehmer schon ausgiebige und intensive Erfahrungen gemacht haben. Wenn die Bezahlung ansteht, dann wird das Geld zwar gern genommen, aber wenn es um die Rechnungslegung geht, entstehen regelmäßig diverse Kommunikationsprobleme. Die Standardantworten des Bedienungspersonals sind die, dass man doch schon eine Rechnung bekommen hätte oder dass das noch nie ein anderer Gast jemals gefordert hätte. Das Problem ist, dass man sich in den Zeiten des Aufbruchs eher um seine Kunden kümmert, als mit stoischer Ruhe alle notwendigen Belege einzufordern. In der Praxis werden dann leider oft auch die fehlenden Rechnungsangaben selbst handschriftlich vervollständigt.  

 

Bei der umsatzsteuerlichen Betrachtung kommt man im ersten Schritt schnell zu der Einsicht, dass diese sicherlich sehr pragmatische Handlungsweise für einen Vorsteuerabzug schädlich ist. Das Finanzamt und zuletzt auch der Bundesfinanzhof (BFH vom 18. April 2012 – X R 57/09) gingen im nächsten Schritt aber noch weiter: auch für die Einkommensteuer (bzw. damit auch Körperschaftsteuer) und für die Gewerbesteuer wurde der Abzug komplett gestrichen. Zur Begründung wurde darauf verwiesen, dass das Gesetz eine Rechnung verlangen würde. Diese höchst richterliche Verknüpfung von Umsatzsteuer und Einkommensteuer ist auch für den Steuerfachmann überraschend, weil sonst auch immer Grundsatz gilt, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.  

 

Man kann hier also auf einem sehr hohen steuerrechtlichen Niveau darüber diskutieren, ob der BFH mit seiner Entscheidung durch den Nebel geritten ist oder nicht. Für die tägliche Praxis kann man einem Unternehmer aber nur ganz dringend raten, die Dokumentation der Bewirtungsaufwendungen ernsthaft, vollständig und zeitnah zu erledigen.